Shanghai
Anlässlich der bevorstehenden Weltausstellung EXPO zog es mich und meine Freundin vor einigen Monaten in die chinesische Hafenstadt Shanghai. Wir wollten einfach einmal in eine andere Welt eintauchen und uns ein wenig von der Kultur und Einstellung der Menschen dort inspirieren lassen. In Fernsehberichten zeigte man stets die schöne, reiche Seite Shanghais, doch wir wurden bereits in den ersten Tagen sehr überrascht.
Wir landeten ziemlich früh in der chinesischen Stadt und wurden gleich mit Lärm und stinkenden Abgasen der hupenden Autos begrüßt. Etliche Menschen drängelnden durch die Straßen, sowohl große weiße, als auch kleine Chinesen. Wir fühlten uns rein optisch überhaupt nicht als Ausländer, dennoch schienen wir eine Art Attraktion für die Einheimischen zu sein, die uns in den kommenden Tagen immer wieder nach einem Foto fragten und uns freudestrahlend in die Arme fielen. Uns störte das eigentlich kaum, denn die Situation war meist sehr herzlich und entspannend. Auch in den vielen Restaurants der großen Stadt wurden wir immer sehr herzlich aufgenommen und buchstäblich verwöhnt. Das Essen in Shanghai war ziemlich teuer, aber es schmeckte sehr gut und es lohnte sich in jedem Fall sämtliche Raritäten und Köstlichkeiten Chinas zu probieren. Auch die vielen Shops und Märkte fand ich immer wieder einladend. Vor allem die Nanjing East Road, eine Gegend vergleichbar mit dem Times Square in New York, lockte uns täglich an. Dort funkelten die Reklametafeln und Menschen vieler Nationen tummelten sich hier bis in die Abendstunden. So schön und glitzernd diese Stadt auf der einen Seite auch war, so arm und schäbig war sie auf der anderen. In den armen Vierteln liefen Menschen barfuss, wuschen sich in den Straßenpfützen und verbrachten ihre Zeit gemeinsam vor den ärmlichen Hütten. Dennoch muss man sagen, dass diese Menschen besonders herzlich und großzügig waren. Ihnen war die Glitzerwelt Shanghais ziemlich egal, denn sie legten großen Wert auf Familie, Religion und Tradition. Obwohl wir uns natürlich die meiste Zeit in den reicheren Gegenden Shanghais aufhielten, lernten wir in den ärmeren Vierteln wesentlich mehr über das Leben in einer chinesischen Großstadt und konnten so richtig in die Kultur des Landes eintauchen.
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