Château Mouton Rothschild 1er Cru Classé Pauillac AOC

Neulich hatte ich im Borchardt einen wundervollen Rotwein. Wenn ich bloß noch wüsste, wie der hieß? Schon immer fiel es mir schwer, mich an Unwichtiges wie Namen zu erinnern. Es war ein Bordeaux, da bin ich sicher. Ein Rothschild natürlich, aber davon gibt es ja auch mehrere. Ich komme nicht recht weiter, meine Allzweckwaffe Internet muss helfen.

Unter dem Anbaugebiet “Bordeaux/Medoc” finde ich ein interessantes Angebot. Ein Château Mouton Rothschild 1er Cru Classé Pauillac AOC. Ich weiß noch, dass das Gläschen ein eigentlich viel zu junger Rotwein war. Bei weitem kein Traubensaft oder Rauscher, aber eben noch lange nicht ausgereift. Ich tippe auf den 2006er. Voller Vorfreude versinke ich in Gedanken. In dem kleinen idyllischen Pauillac mit seinen 82 Hektar Weinbergen war ich schon mal – damals mit der Harley. Schön war’s…

Sehr schön sogar, aber wenn ich mich nicht auf den Wein konzentriere, werde ich wohl verdursten. Er klingt vielversprechend: Premier Cru seit 1973 mit den typischen Reben des Chateau Mouton Rothschild: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. Handverlesen, in Holzbottichen auf der Maische vergoren und im Barrique über 18 Monate ausgebaut. Echte Barriques aus französischer Eiche – nicht die lustigen Holzspäne, deren Anwesenheit im Plastiktank gerüchteweise reichen, einen Wein als “barriquegereift” zu bezeichnen.

Ich liebe das klassische Dunkelrot der Bordeauxweine fast so sehr wie ihr unvergleichlich vornehmes Bukett. Diese perfekte Ausgewogenheit von Tanninen mit Fruchtaromen sowie Anspielungen von Holz und Vanille! Kein Wunder, dieser Klassewein hat einen überdurchschnittlich heißen August zur Reife erwischt. Mit dem kann ich nichts falsch machen, wenn selbst vom Wetter benachteiligte Jahrgänge Bestnoten von Wine Spectator oder Gault-Millaut erhalten.

Ich entscheide mich für eine Kiste des 2006er Château Mouton Rothschild 1er Cru Classé Pauillac AOC. Dann beschließe ich, meine Freundin zu bitten, uns am Wochenende ein leckeres Menü aus jungem Reh als Hintergrund für die erste Flasche zu zaubern. Nun bin ich gespannt, ob ich den Wein wiedererkenne…

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

Comments are closed.